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Liebe Leserin, lieber Leser, |
13.07.2010 |
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bei
heißen Sommer-Temperaturen
sind viele von Ihnen
zum
Abschlusskongress des
BKJ-Modellprojekts "Lebenskunst lernen" am
11. und 12. Juni in Berlin in den Zielhafen
eingelaufen. Mitgebracht haben Sie Projektboote
voller neuer Erfahrungen, Fragen und Ideen. Mit
kühlem Kopf und engagierten Herzen haben wir
gemeinsam im angenehmen Klima der Berlinischen
Galerie die Frage erforscht:
Haben wir wirklich
alle mit im Boot?! Mehr dazu in der Rubrik
Werkstatt.
Tore auf und weiter geht’s!
"Kultur macht Schule"
nimmt neue Fahrt auf.
Die
Fachstelle "Kultur macht Schule" öffnet ihr Portal
kultur-macht-schule.de.
Die neue Internetseite stellt sich
ehrgeizige Ziele. Welche? Das erfahren Sie in der
Rubrik Praxisimpulse.
Warum ist
Bildung wichtig? Diese Frage stellte Prof. Dr. Max
Fuchs, Ehrenvorsitzender der BKJ, an den Anfang
seines Vortrages auf der Abschlussveranstaltung.
Auszüge und Link zum
vollständigen Vortragstext
finden Sie in der Rubrik Fachforum.
Hilfreiche Informationen stehen für Sie unter Tipps
und Termine bereit.
Und:
Bleiben Sie dran!
Unser
gemeinsamer Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit geht
weiter. Eines steht schon fest: Aus der
Weggemeinschaft kommen Kraft und Kreativität für
mehr.
Weitere Informationen zum
Modellprojekt
"Lebenskunst Lernen"
finden sie auf der
Projekthomepage
www.lebenskunstlernen.de
Herzliche Grüße
Ihr
BKJ-Team
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WERKSTATT >> Lebenskunst lernen |
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Erfolgreiche Abschlusstagung des
BKJ-Modellprojekts "Lebenskunst lernen"
Mehr Chancen
durch Kulturelle Bildung – So lautete das
Ziel des BKJ-Modellprojekts "Lebenskunst lernen".
200 Vertreter/innen aus Kultur, Schule, Politik und
Wissenschaft waren zum Abschlusskongress am 11. und
12. Juni der Einladung der Bundesvereinigung
Kulturelle Kinder- und Jugendbildung nach Berlin
gefolgt. Im Mittelpunkt stand die Frage: Alle im
Boot?! Kultur und Schule auf dem Weg zu mehr
Teilhabegerechtigkeit?
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PRAXISIMPULSE >> Mehr Chancen durch Kulturelle
Bildung |
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Interview – Bitte eintreten!
Die
Fachstelle "Kultur macht Schule" öffnet ihr Portal
kultur-macht-schule.de
Tore auf und weiter geht’s! "Kultur macht Schule"
nimmt neue Fahrt auf. Schon seit den 90ern befasst
sich die BKJ mit dem Thema Kultur und Schule.
Intensiv seit der Ganztagsschulausbau 2004 den
Kooperationsboom ausgelöst hat. Damals schuf die BKJ
das Netzwerk "Kultur macht Schule". Jetzt wird eine
neue Tür aufgestoßen - mit Unterstützung des
Bundesjugendministeriums wurde bei der BKJ die neue
Fachstelle "Kultur macht Schule" eingerichteten.
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FACHFORUM >> Teilhabe, Kultur, Schule |
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Die
Illusion der Chancengleichheit? Über die Produktion
von Bildungsarmut und mögliche Auswege
Warum ist
Bildung wichtig? Diese Frage stellte Prof. Dr. Max
Fuchs an den Anfang seines Vortrages auf der
Abschlussveranstaltung von "Lebenskunst lernen".
Außerdem durchleuchtete er die Fragestellung, wieso
man von einer "Illusion der Chancengleichheit"
sprechen muss. Dazu nahm er einen ersten und einen
zweiten Anlauf, um der Bildungsarmut auf den
Kern zu kommen ...
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TIPPS
UND TERMINE >> Tagungen, Seminare, Lesen |
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Hier
finden Sie aktuelle Informationen aus dem Themenfeld
"Teilhabe, Kultur und Schule". Sie erhalten News zu
Fachtagungen und Fortbildungen, Publikationen und
Arbeitshilfen und zu vielem mehr...
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WERKSTATT
>>
Lebenskunst lernen |
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Erfolgreiche Abschlusstagung des BKJ-Modellprojekts
"Lebenskunst lernen"
16
Bildungspartnerschaften von Kultureinrichtungen mit
Haupt-, Förder- und Gesamtschulen waren im
Modellprojekt "Lebenskunst lernen" als
Innovationsorte für neue Bildungskonzepte
angetreten. Ihre Aufgabe lautete: mit Kunst und
Kultur in einer bundesweiten Teamforschung neue Wege
für mehr Teilhabechancen von Kindern und
Jugendlichen in benachteiligten Lebenslagen zu
entwickeln...
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Im Mittelpunkt der
Abschlusstagung standen neben der Präsentation der
Ergebnisse des Modellprojekts deshalb die Fragen:
Die Segel sind gesetzt. Das Ziel der gemeinsamen
Reise von Kultur und Schule ist eine gerechte
Bildungskultur für alle Kinder und Jugendlichen –
Doch haben wir wirklich alle mit im Boot?! Welche
Voraussetzungen müssen Konzepte Kultureller Bildung
in Schulen mitbringen, damit Sie kein Kind
zurücklassen? Was steht der Förderung von
Teilhabegerechtigkeit in Schule und Gesellschaft
entgegen? Wie können mit Kunst und Kultur Qualitäten
einer Schule der Teilhabe wirksam umgesetzt werden?
Gemeinsam
diskutierten 200 Vertreter/innen aus Kultur, Schule,
Politik und Wissenschaft, wie Kultur und Schule Wege
aus der Bildungsarmut und für mehr
Teilhabegerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen
umsetzen können.
Forderung:
soziale Gerechtigkeit für Kinder und Jugendliche
In Fachvorträgen und
interaktiven Expertenworkshops stellten die
Teilnehmer/innen deshalb den Zusammenhang von
sozialer Gerechtigkeit, Teilhabe und
Bildungsqualität in den Mittelpunkt. "Die Frage der
sozialen Gerechtigkeit stellt sich massiv. Wer am
Sozialen spart, der spart auch an der Bildung," so
Prof. Dr. Max Fuchs, Präsident des Deutschen
Kulturrats, in seinem Eröffnungsvortrag. "Wenn es
mit der Bildungsteilhabe nicht mehr stimmt, dann
stimmt es auch nicht mehr mit der politischen
Teilhabe", so Fuchs weiter. Für die BKJ stellte
deshalb ihr Vorsitzender Dr. Gerd Taube klar: "Eine
gerechte Bildung darf nicht nur die Zukunft von
Kindern und Jugendlichen in den Blick nehmen! Wir
müssen dafür sorgen, dass junge Menschen jetzt aktiv
teilhaben und ein lebenswertes Leben führen können."
Für die Träger der Kulturellen Kinder- und
Jugendbildung könne es, so Taube, deshalb nicht
darum gehen, sich mit dem erreichten Stand zufrieden
zu geben. Vielmehr gelte es jetzt, Schulen darin zu
unterstützen, kulturell-ästhetischer Praxis einen
zentralen Stellenwert in ihrem Schulalltag geben zu
können.
Es muss an die Struktur
gehen
Prof. Dr. Wolfgang Mack
von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
forderte, strukturelle Rahmenbedingungen in den
Schulen zu verbessern, damit Kulturelle Bildung in
den Kooperationen ihren Eigensinn bewahren kann. Als
wissenschaftlicher Begleiter des Modellprojekts
"Lebenskunst lernen" hatte er an den 16 beteiligten
Schulen über 600 Kinder und Jugendliche sowie deren
Lehrer/innen befragt. Er bestätigte in seiner
Evaluation die positiven Wirkungen und betonte, dass
gerade Schülerinnen und Schüler von Haupt- und
Förderschulen Kulturelle Bildung an der Schule als
wertvolle Ergänzung und Erweiterung erleben. Dies
führte er sowohl auf die handlungs- und
erfahrungsorientierten Arbeitsweisen der Kulturellen
Bildung als auch auf die hohe Akzeptanz zurück, die
Fachkräfte der Kulturellen Bildung als "Meister" und
"Meisterinnen" ihres Fachs bei Schülerinnen und
Schülern erfahren.
Gemeinsam im Prozess: Wendung zur Wertschätzung
Vor dem Hintergrund der Evaluationsergebnisse
stellte Tom Braun, Leiter des Modellprojekts
"Lebenskunst lernen", deshalb die Frage in den
Mittelpunkt, wie es gelingen könne, an Schulen
Prozesse der Kulturellen Schulentwicklung zu
initiieren. "Was wir für die Förderung von
Teilhabegerechtigkeit brauchen ist ein "inclusive
turn", d.h. eine Wendung zur Wertschätzung der
Entwicklungsmöglichkeiten aller beteiligten
Personen", so Braun. "Das Ziel liegt in einer
wertschätzenden und für Kinder, Jugendliche und
Erwachsene in ihren individuellen Bedürfnissen und
Möglichkeiten durchlässigen Schulkultur", betonte
er. Diese Zunftsaufgabe rückte unweigerlich alle
Bereich der Schule in den Blick: Den Unterricht, die
Kulturangebote der Kooperationspartner, die
Organisation und Struktur sowie die Haltungen und
Werte der Schulgemeinschaft. In der BKJ hat sich für
diese Zukunftsaufgabe der Begriff der "Kulturellen
Schulentwicklung" etabliert. Unter dem Leitziel der
Chancengerechtigkeit will die BKJ nun Schulen
unterstützen, ihre internen Rahmenbedingungen so zu
verändern, dass kulturelles Lernen einen zentralen
Stellenwert erhält.
Die Kunst, das
andersartige zu (wert)schätzen
Damit diese Aufgabe
gelingen kann, müssen sich Kultur und Schule als
"professionelle Lerngemeinschaft ausgestalten" ,
führte Prof. Dr. Anne Sliwka von der Pädagogischen
Hochschule Heidelberg in ihrem Vortrag aus. Das
gemeinsame Projekt einer Kulturellen
Schulentwicklung müsse sich dem Paradigma der
Diversität verpflichten, so Sliwka weiter. Diese
betreffe sowohl die Zusammenarbeit der
unterschiedlichen Professionen aus Schule und
Kultureller Bildung als auch die Sicht auf die
Kinder und Jugendlichen. "Die Gesellschaft floriert
durch die Unterschiedlichkeit der Leistungen. Nicht
dadurch, dass alle die gleichen Leistungen bringen"
, verdeutlichte sie. Einer kulturaktiven Schule mit
dem Lernziel Lebenskunst muss es gelingen, alle in
der Schule handelnden Menschen in diesem Vorhaben
mit ihren Wahrnehmungen, Bedürfnissen und Talenten
zu berücksichtigen und ihnen entsprechende Räume des
Lernens und der aktiven Mitgestaltung zu eröffnen.
Strukturelle Absicherung
als Konsens
In seinem Grußwort
betonte Dr. Herman Kues (CDU), Parlamentarischer
Staatssekretär bei der Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend: "Auf kulturelle
Bildungsangebote können wir nicht verzichten, denn
gerade sie vermitteln Bildung als Lebenskompetenz.
Wir haben uns deshalb zum Ziel gesetzt, bundesweit
eine nachhaltige Verankerung Kultureller Bildung für
alle Kinder und Jugendlichen in lokalen
Bildungslandschaften zu erreichen." Dass für bessere
Bildungschancen die strukturelle Absicherung
kultureller Angebote verbessert werden muss,
betonten in ihren Statements auch die
Bundestagabgeordneten Dr. Rosemarie Hein (Die Linke)
und Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD). Neben der
individuellen Förderung müsse ebenso die
Verbesserung der strukturellen und rechtlichen
Grundlagen in den Blick genommen werden, so
Rossmann. Darüber hinaus, betonte Dr. Rosemarie
Hein, müsse verlorener Handlungsspielraum
wiedererlangt werden: "Das Kooperationsverbot für
Bund und Länder muss fallen!".
Praktische Netzwerke und
Co.
Die Tagung bot
umfassende Gelegenheit zu Austausch und Diskussion:
Praktiker/innen aus Kultur und Schule erörterten
ihre bisherigen Erfahrungen und notwendige
Voraussetzungen für die nächsten Schritte in den
Schulen, Kommunen und Bundesländern. Auf Podien und
in interaktiven Foren diskutierten alle
Teilnehmer/innen der Fachtagung, wie auf den
unterschiedlichen Ebenen Voraussetzungen für ein
neues gemeinsames Lernen mit Kunst und Kultur
geschaffen werden können: Von der Entwicklung
länderweiter Netzwerke von Kultur und Schule, über
die Neusaurichtung von Aus- und Fortbildungen für
Lehrer/innen, Künstler/innen und
Kulturpädagogen/innen, die Möglichkeiten gemeinsamen
Lernens mit Kunst und Kultur für Schüler/innen mit
unterschiedlichen Förderbedarfen bis zu
künstlerischen Zukunftslabors für
Schulgemeinschaften und die partizipative (Weiter)Entwicklung
von Schulgebäuden.
Dran bleiben!
Die gemeinsame
Orientierung fasste Hildegard Bockhorst,
Geschäftsführerin der BKJ, in ihrem Beitrag unter
dem Schlagwort "Dran bleiben!" zusammen: An
Vernetzung und Austausch, an neuen Forschungs- und
Evaluationsaufgaben, am Alleinstellungsmerkmal der
ästhetischen und künstlerischen Dimension
Kultureller Bildung, an der Aufgabe, die soziale
Vererbung von Bildungsarmut zu durchbrechen, und an
der Sicherung der Kulturellen Bildung gegen die
Sparwut der Finanzkrise.
Mit der Vorstellung der
neu bei der BKJ durch das Bundesjugendministerium
eingerichteten Fachstelle "Kultur macht Schule"
forderte Viola Kelb, BKJ, zum Abschluss der Tagung
alle Teilnehmer/innen auf, sich weiterhin gemeinsam
mit der BKJ für mehr Chancen durch Kulturelle
Bildung an Schulen zu engagieren. Die
unterschiedlichen Angebote der Fachstelle wie z.B.
das neue Fachportal, der Wettbewerb MIXED UP oder
die neue MIXED UP Akademie bieten hierfür zahlreiche
Anknüpfungspunkte und Gelegenheiten.
Alle Vorträge und
Präsentationen sind auf der Homepage des
Modellprojekts abrufbar:
http://lebenskunstlernen.de/index.php?id=285
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PRAXISIMPULSE
>> Mehr Chancen
durch Kulturelle Bildung |
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Interview – Bitte eintreten!
Die
Fachstelle "Kultur macht Schule" öffnet ihr Portal
kultur-macht-schule.de
Viola Kelb ist seit 2005 Bildungsreferentin bei der
BKJ. Sie gehört zu den Fachleuten, die daran
arbeiten, dass sich für Kultur und Schule auf
Bundesebene Türen öffnen. Die Diplom-Pädagogin
leitet die neue Fachstelle "Kultur macht Schule" und
das Portal
kultur-macht-schule.de. |
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Für
wen wurde das Portal geschaffen?
Das neue Online-Portal stellt sich
das ehrgeizige Ziel, einer sehr breiten Zielgruppe
Informationen und Arbeitshilfen zur Verfügung zu
stellen: Von der einzelnen Schule, die erstmalig ein
außerschulisches Kulturangebot starten will, bis hin
zu langjährig erfahrenen Fachkräften, Experten/innen
und Vertreter/innen aus Politik, Praxis und
Wissenschaft sowohl aus schulischen als auch aus
außerschulischen Strukturen.
"Kultur macht Schule" ist eine bundesweite
Fachstelle. Da verliert man sich leicht aus den
Augen. Was setzt das Fachportal
kultur-macht-schule.de dem entgegen?
Rund um das Thema "Kultur macht Schule" hält das
Portal alle Interessierten und Beteiligten auf dem
neuesten Stand! Es ist so etwas wie ein
Live-Ticker: Aktuelle Tagungen, Neuerscheinungen,
Pressemeldungen, Tipps, Termine... all das findet
man hier. Das hilft, in Kontakt zu bleiben.
Und
wie haben Sie die Schwierigkeit aufgefangen, dass
Schule und Schulangelegenheiten Ländersache sind?
Bereits 2005 haben wir im Rahmen des Netzwerks
"Kultur macht Schule" eine Ländersynopse zu den
Rahmenbedingungen für Kooperationen erstellt.
Natürlich ist sie seitdem nicht mehr aktuell, weil
sich das Themenfeld in den letzten Jahren rasant
weiterentwickelt hat. Nun sind wir dabei, erneut die
Strukturen für Kulturelle Bildung an, in und mit
Schulen für jedes Bundesland zusammenzustellen.
Ein umfassendes Tool zu
Rahmenbedingungen, Serviceangeboten und
Fördermöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern
finden Sie auf den Seiten des neuen Portals. Das
Tool ist praktisch nutzbar und enthält direkte Links
zu wichtigen Quellen und Ansprechpartnern.
Wenn ich
jetzt ein Lehrer / eine Lehrerin oder ein Künstler /
eine Künstlerin bin - Was muss ich denn machen, wenn
ich zum Beispiel über die Seite auf der Suche nach
einer Idee für ein Kulturangebot an meiner Schule
bin?
Recherchieren Sie über die Stichwortsuche! Wir haben
mehrere hundert Praxisbeispiele gesammelt, wie
Kultur erfolgreich Schule machen kann. Da ist zum
Beispiel die Dokumentation aller Wettbewerbsbeiträge
aus dem Wettbewerb MIXED UP in der "Datenbank für
Kooperationen". Sie dient der Information und
Beratung von Trägern und Einrichtungen über Formen,
Inhalte, Konzepte für Kooperationen mit Schulen.
Gleichzeitig fördert die Datenbank Dialog und
Vernetzung unter den Akteuren.
Und was bieten sie
den Partner-Schulen?
Auch für die Schulen ist die
Datenbank natürlich eine wichtige
Informationsquelle. Darüber hinaus gibt es noch die
Kunstspartensynopse! An dieser Stelle zeigen
vor allem unsere 54 Mitgliedsverbände ihr großes
Potenzial. Der Vorteil für die Schulen ist hier
folgender: Die Fachstrukturen sind seit Jahren im
Themenfeld "Schule" aktiv und leisten wichtige
Beiträge zur Qualitätsentwicklung. Zu unseren
Mitgliedsverbänden gehören neben den zahlreichen
außerschulischen Verbänden auch schulbezogene
Fachstrukturen wie zum Beispiel der "Bundesverband
Tanz in Schulen". Wir haben Aktivitäten,
Arbeitshilfen, Literatur und vieles mehr an dieser
Stelle übersichtlich zusammengestellt.
Im
Vorfeld hieß es, das Portal solle zur
Qualitätsentwicklung beitragen. Wie kann man sich
denn diesen Beitrag vorstellen?
Wir haben praktische Arbeitshilfen
und Leitfäden für Kulturkooperationen oder
Kulturelle Schulentwicklung zusammengestellt. Sie
geben Hilfestellung bei der Entwicklung
erfolgreicher Bildungspraxis. Und vor allem ist das
Portal ein Ort, der Innovationen und neue
Fachimpulse aufgreift, bündelt und einem breiten
Userkreis zur Verfügung stellt. Insofern ist es ein
wichtiger Motor für Qualitätsentwicklung.
Ist
das Portal also auch dazu gedacht, dass die
Kulturpartnerschaften sich im Sinne einer
Kulturellen Schulentwicklung weiter verselbständigen
können?
Das könnte man so sagen. Vielleicht ist es aber eher
eine Hilfestellung oder ein Geländer. Jedenfalls
hilft das Qualitätsmanagementinstrument (QMI)
Kooperationen Träger und Einrichtungen der
Kulturellen Bildung dabei, ihre
Bildungspartnerschaften mit Schulen zu planen und
anhand konkreter Fragestellungen, kontinuierlich zu
reflektieren.
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FACHFORUM
>> Teilhabe,
Kultur, Schule |
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Fachbeitrag
Die Illusion der
Chancengleichheit? Über die Produktion von
Bildungsarmut und mögliche Auswege
Ein
Auszug aus einem Fachvortrag von Prof. Dr. Max
Fuchs,
Direktor der Akademie Remscheid und Präsident des
Deutschen Kulturrates. Er hat den Ehrenvorsitz der
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und
Jugendbildung inne. Und ihn treibt die Frage um: Was
tun?! In Sachen Bildungsgerechtigkeit ...
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1. Vorbemerkung
Vielen wird
der Titel meines Vortrages "Die Illusion der
Chancengleichheit" bekannt vorkommen. In der Tat
haben wir diesen Titel nicht selbst erfunden,
sondern ihn übernommen von einem Buch, das
inzwischen 40 Jahre alt ist und das der französische
Soziologe Pierre Bourdieu unter Mitarbeit von
Jean-Claude Passeron geschrieben hat. Es handelt
sich bei der französischen Originalausgabe, die
schon einige Jahre früher erschienen ist, um eine
Aufsatzsammlung. In Deutschland wurde dieses Buch
von dem Institut für Bildungsforschung, heute
Max-Planck-Institut, herausgegeben. Wer das Buch zur
Hand nimmt und im Inhaltsverzeichnis blättert,
könnte zunächst einmal erstaunt sein. Denn das Buch
handelt ausschließlich von Frankreich und in
Frankreich ausschließlich von Hochschulen,
Universitäten und Studenten. Trotzdem war das Buch
offenbar wichtig genug, dass es in deutscher Sprache
herausgegeben worden ist. Doch wieso ist das Buch –
oder zumindest sein Titel – heute in dieser
Veranstaltung relevant? Es stellen sich insbesondere
folgende Fragen:
Warum
waren Bildungsfragen so wichtig?
Warum
stehen Hochschulen und Studenten im Mittelpunkt?
Warum
ist Chancengleichheit so bedeutsam?
Wieso
ist die Chancengleichheit eine Illusion gewesen?
Ich will
versuchen, im folgenden Hinweise darauf zu geben,
wie die Antworten auf diese Fragen aussehen könnten.
2. Warum ist Bildung wichtig?
Dass heute
Bildung wichtig ist, erkennt man u. a. daran, dass
sie sowohl in der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte und – vielleicht wichtiger, weil es
sich hierbei um bindendes Völkerrecht handelt – in
vielen auch von Deutschland ratifizierten
internationalen Konventionen ihren Platz findet.
Bildung findet ihren Platz in den beiden Pakten, mit
denen man die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte in verbindliches Völkerrecht
überführt hat (aus dem Jahre 1976), Bildung findet
vor allen Dingen statt in der
Kinderrechtskonvention, in der nicht bloß von einem
Menschenrecht auf Bildung und kulturelle Teilhabe
die Rede ist, sondern in der es sogar heißt, dass
Kinder (hier sind Heranwachsende bis zu einem Alter
von 18 Jahren gemeint) ein Menschenrecht auf Spiel
und Kunst haben. Bildung muss also bedeutsam sein,
wenn sie Eingang in diese grundlegenden Regelwerke
des menschlichen Zusammenlebens gefunden haben.
Wieso ist dies der Fall? Werfen wir einen Blick in
die Genese der Menschenrechte. Eine wichtige
Grundlage für die Formulierung der Menschenrechte
finden wir in der Renaissance, als nämlich der Fokus
auf den Einzelnen, auf das Individuum in den
Mittelpunkt des Denkens rückte (Fuchs 2001). Die
einzelne Persönlichkeit sollte nunmehr Ausgangs- und
Endpunkt jeden Denkens sein. Für uns mag das heute
selbstverständlich klingen, aber man sollte daran
denken, dass der Anthropologe Clifford Geertz noch
vor kurzem sagte, dass die Idee einer individuellen
Persönlichkeit für den größten Teil der Welt eine
sehr eigenartige Idee sei. Dort stünden vielmehr
Gruppen von Menschen und nicht der einzelne Mensch
im Mittelpunkt. Verstärkt wurde die Idee der
individuellen Persönlichkeiten stark durch die
Reformation. Denn ein Element der Reformation war,
dass zwischen dem Einzelnen und Gott keine
Vermittlungsinstanz wie etwa ein Priester notwendig
war: Jeder hat unmittelbar eine Beziehung zu Gott.
Mit Bildung
hat dies insofern zu tun, als in dem Wort Bildung
das Wort Bild steckt. Und dies ist kein Zufall. Denn
auch hier gibt es einen starken christlichen Bezug,
demzufolge der Mensch von Gott als sein Ebenbild
geschaffen wurde. Bildung geht also auf Bild,
speziell auf Imago Dei, das Ebenbild Gottes zurück.
Ein weiterer wichtiger historischer Bezug besteht
darin, dass in allen gesellschaftlichen Utopien – am
berühmtesten dürften die von Thomas Morus (Utopia),
von Campanella (Der Sonnenstaat) und von Francis
Bacon (Neues Atlantis) gewesen sein – Bildung
geradezu im Mittelpunkt steht: Bildung gehört zu den
politischen Utopien, bei denen es um die Vision
einer wohlgeordneten Gesellschaft geht ...
Den
vollständigen Text "Die
Illusion der Chancengleichheit? Über die Produktion
von Bildungsarmut und mögliche Auswege"
finden Sie
hier.
Prof. Dr. Max Fuchs ist Direktor der Akademie
Remscheid, Präsident des Deutschen Kulturrates,
Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle
Kinder- und Jugendbildung, Vorsitzender des
Instituts für Bildung und Kultur. Er lehrt
Kulturarbeit an den Universitäten Duisburg-Essen und
Basel.
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TIPPS
UND TERMINE >> Aktuelles |
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Hier
finden Sie aktuelle Informationen aus dem Themenfeld
"Teilhabe, Kultur und Schule". Sie erhalten News
über Fachtagungen und Fortbildungen, Publikationen
und Arbeitshilfen und zu vielem mehr.
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TIMSS Übergangsstudie untersucht den Übergang von
der Grundschule in weiterführende Schulen
Die Erkenntnisse der TIMSS-Übergangsstudie, so
Bundesministerin Annette Schavan anlässlich der
Veröffentlichung "sind ein Plädoyer für ein noch
durchlässigeres Bildungssystem." Die Studie entstand
unter der Leitung des scheidenden Direktors des
Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Jürgen
Baumert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang
von der Grundschule in die Sekundarstufe einer der
kritischsten Punkte ist, an dem soziale Ungleichheit
entsteht. Daraus schlussfolgert Prof. Baumert, dass
es zukünftig weit mehr erforderlich ist, diese
'Gelenkstellen im Bildungssystem' ganz besonders
sensibel auszutarieren.
[mehr]
Erster Kinder- und Jugendreport zur
UN-Berichterstattung über die Umsetzung der
Kinderrechte in Deutschland
Zu wenig Mitbestimmung, keine
Chancengerechtigkeit, zu viel Druck – aber sonst
geht`s uns gut!
Vielen Kindern und Jugendlichen geht
es ihren eigenen Angaben nach gut. Aus ihrer
Perspektive werden ihre Rechte im Großen und Ganzen
gewahrt. Doch sie sehen auch erhebliches
Verbesserungspotenzial. Im ersten Kinder- und
Jugendreport zur UN-Berichterstattung bemängeln
Kinder und Jugendliche, dass sie zu wenig gehört und
dass zu viele Entscheidungen, die unmittelbaren
Einfluss auf sie haben, ohne sie getroffen werden.
In ihrem Wohnumfeld haben sie häufig den Eindruck,
dass Kinder und Jugendinteressen an letzter Stelle
oder gar nicht berücksichtigt werden. Sie prangern
die ungleichen Bildungs- und Teilhabechancen an. Und
trotz eines seit zehn Jahren gesetzlich verankerten
Rechts auf gewaltfreie Erziehung gibt ein Fünftel
der Kinder an, dass dieses Recht in ihren Familien
"manchmal" oder "oft" verletzt wird. Der Report
offenbart weiter, wie massiv junge Menschen unter
zunehmendem Stress durch die Schule leiden.
"Freizeit? Durch Schule und Hausaufgaben wird mein
ganzer Tag bestimmt!"
[mehr]
Kunst und Kultur in Berlin - was geht mich das
an?
"Coole" Marketingstrategien, jugendgerechte
Programme - trotzdem nutzen viele Jugendlichen die
Angebote von Kunst- und Kultureinrichtungen nicht,
obwohl sie selbst Musik machen, Comics zeichnen oder
Parkour laufen. Um den Gründen auf die Spur zu
kommen startete für das Projektbüro Kulturelle
Bildung der Kulturprojekte Berlin GmbH eine Gruppe
von Jugendlichen eine Peer to Peer Umfrage, die
jetzt als Publikation vorliegt. Dabei herausgekommen
ist eine facettenreiche Sicht, die zeigt, dass
Jugendliche ganz gut selbst wissen, was sie
brauchen, was sie anspricht und wie sie Kultur und
Kunst erleben wollen.
[mehr]
Neue BKJ-Publikation:
Auf dem Weg zur Kulturschule. Bausteine zu Theorie
und Praxis der Kulturellen Schulentwicklung
Kulturschulen wollen mehr als
zeitlich begrenzte Kunstprojekte und regelmäßige
Bühnenshows. Doch wie kann es einer Schule gelingen,
ästhetisch-kulturelle Praxis in den Mittelpunkt
aller Bereiche ihres Schullebens zu stellen? Welche
strukturellen Voraussetzungen, Qualifikationen und
Haltungen müssen in einer Schule gegeben sein, damit
ästhetisch-kulturelle Praxis in ihrer
Bildungsqualität nachhaltig wirksam werden kann?
Ziel einer kulturellen Schulentwicklung ist es,
Schulen mit Kunst und Kultur in der Gestaltung einer
teilhabegerechten und stärkenorientierten Kultur des
gemeinsamen Lernens zu unterstützen. In einem ersten
Schritt stellen die Autoren Tom Braun, Max Fuchs und
Viola Kelb in diesem Buch Vorarbeiten zu Theorie und
Praxis der Kulturellen Schulentwicklung
zusammen. Der Band verbindet eine spezifische
Analyse von Schule als Ort systematischer
Subjektentwicklung mit grundsätzlichen Überlegungen
zur Bildungswirkung der Künste sowie ihrer möglichen
Rolle in der Weiterentwicklung von Schule zu einem
Ort einer teilhabegerechten Bildungskultur. Fünf
Fallstudien zeigen: Der Weg zur Kulturschule kann
gelingen!
[mehr]
Neuer Masterstudiengang: Sonderpädagogik in
außerschulischen Handlunsgfeldern
An der Fakultät für Sonderpädagogik der
Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wird es ab
Wintersemester 2010 eine Masterausbildung geben, die
auch das Schnittfeld zwischen Kulturarbeit und
Sonderpädagogik anbietet. In den Richtlinien ist die
Möglichkeit vorgesehen, dass Menschen mit
künstlerischen Berufen hier eine vertiefte
pädagogische Ausbildung erhalten können für die
zukünftigen Felder der inklusiven Kulturarbeit.
[mehr]
Projekt "Kooperations-Kompass Kulturelle Bildung"
(kkk)
Mit dem Kooperations-Kompass Kulturelle Bildung wird
von der LKJ Baden-Württemberg ein Internetportal
entwickelt, dass Angebote der kulturellen
Jugendbildung im außerschulischen Bereich erfasst
und darstellt und so als Wegweiser bei der Suche
nach kompetenten Partnern für Kooperationen zwischen
schulischen und außerschulischen Institutionen
dient.
[mehr]
Bildunsgbericht 2010 erschienen
Der alle zwei Jahre erscheinende Bildungsbericht
liefert 2010 in neun Kapiteln eine empirisch
fundierte Bestandsaufnahme des deutschen
Bildungswesens: Von der frühkindlichen Bildung,
Betreuung und Erziehung über die allgemeinbildende
Schule und die non-formalen Lernwelten im
Schulalter, die berufliche Ausbildung und Hochschule
bis hin zur Weiterbildung. Der Bildungsbericht ist
der Leitidee "Bildung im Lebenslauf" verpflichtet.
[mehr]
IMPRESSUM
Herausgeberin:
Bundesvereinigung
Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.
Küppelstein 34, 42857 Remscheid
Fon: +49 (0)2191.79 43 90
Fax: +49 (0)2191.79 43 89
www.bkj.de
Redaktion:
Tom Braun
E-Mail:
braun@bkj.de
Fotos:
Christoph Seelbach
Jomi bei Photocase
Zettberlin bei Photocase
V.i.S.d.P.:
Hildegard Bockhorst
Falls
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